Schluss mit der Bevormundung der Jäger – Jagdgesetz braucht echten Kurswechsel

Liberale fordern mehr Vertrauen, weniger Bürokratie und ein Ende überholter Ampelkompromisse.

 

Die FDP Rheinland-Pfalz fordert einen grundlegenden Kurswechsel in der Jagdpolitik. Die geplanten Änderungen der CDU-SPD-Landesregierung greifen zu kurz. Statt übermäßige staatliche Eingriffe konsequent zurückzunehmen, hält die Regierung an wesentlichen Instrumenten der bisherigen Regulierung fest.

 

„Unsere Jäger übernehmen Verantwortung für Wild, Wald und Natur – vielfach ehrenamtlich und auf eigene Kosten. Sie verdienen Respekt und Vertrauen statt immer neuer Vorschriften. Wir brauchen ein Jagdrecht, das den Wald schützt, gesunde Wildbestände ermöglicht und den Menschen vor Ort Verantwortung überlässt“, erklärt Daniel Frechen-Müller, stellvertretender Landesvorsitzender der FDP Rheinland-Pfalz.

 

Besonders kritisch sehen die Liberalen den Einfluss forstbehördlicher Stellungnahmen auf die Abschussplanung. Fachliche Bewertungen seien notwendig, dürften aber nicht automatisch staatliche Abschussvorgaben auslösen. Maximilian Krolo, Vorsitzender der FDP Pirmasens und selbst Jäger, betont: „Wir Jäger drücken uns nicht vor der Verantwortung für den Wald. Aber ein Gutachten darf nicht automatisch zum Abschussbefehl werden. Wer mehr Abschuss verlangt, muss nachvollziehbar messen, Eigentümer und Jäger beteiligen und zuerst auf Vereinbarung setzen.“

 

Auch die geplante Rückkehr zur einwöchigen Meldefrist für Wildschäden stößt auf Widerstand. Marco Weber, ehemaliger Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Landtagsfraktion, Jäger und Waldbesitzer, kritisiert: „Die Zweiwochenfrist war ein wichtiger Erfolg unserer damaligen Verhandlungen. Wildschäden werden nicht immer sofort entdeckt. Wer diese Verbesserung zurücknimmt, erschwert berechtigte Ersatzansprüche und schwächt die Eigentümerrechte.“

 

Neben weniger Dokumentationspflichten fordert die FDP eine Überprüfung der Jagdabgabe und eine verlässliche Finanzierung des Wolfsmanagements. Sven Schillings, Landesschatzmeister und Kreisvorsitzender der FDP Koblenz, erklärt: „Wer neue staatliche Anforderungen schafft, muss auch erklären, wer sie bezahlt. Das Land darf Kosten des Wolfsmanagements nicht einfach auf Jäger oder Kommunen abwälzen. Wir brauchen weniger Bürokratie, transparente Abgaben und eine solide Finanzierung staatlicher Aufgaben.“

 

Darüber hinaus verlangen die Liberalen eine praxisgerechte Jagdhundeausbildung und eine kreisübergreifende Rotwildbewirtschaftung.

 

Frechen-Müller zieht abschließend eine klare politische Grenze: „Wir haben 2025 Kompromisse mitgetragen, die wir heute nicht mehr verteidigen wollen. Zu oft setzte sich eine grüne Vorstellung von Jagdpolitik durch, die Jäger vor allem kontrollieren wollte. Die CDU-SPD-Regierung hat jetzt die Chance, damit zu brechen – bislang fehlt ihr der Mut dazu. Wir strecken der Jägerschaft ausdrücklich die Hand aus: Wir wollen mit ihr ein Jagdrecht gestalten, das auf Sachverstand, Eigentumsrechten und Vertrauen beruht. Die Zeit der Bevormundung muss vorbei sein.“