KI braucht Rechenleistung: Rheinland-Pfalz muss jetzt die Standorte von morgen in den Blick nehmen
FDP fordert landesweite Prüfung für KI- und Hochleistungsrechenzentren - Mülheim-Kärlich/Weißenthurm als mögliches Beispiel
Künstliche Intelligenz wird zu einem entscheidenden Faktor für Wertschöpfung, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit. Doch KI braucht enorme Rechenleistung - und damit leistungsfähige Stromnetze, Energie, geeignete Flächen und digitale Infrastruktur. Deutschland will seine Rechenzentrumskapazitäten deshalb deutlich ausbauen. Für die FDP Rheinland-Pfalz ist klar: Diese Entwicklung wird zu einer Standortfrage, auf die sich das Land frühzeitig vorbereiten muss.
„Wir müssen heute noch nicht wissen, wo morgen ein großes KI-Rechenzentrum in Rheinland-Pfalz stehen könnte. Aber wir müssen heute dafür sorgen, dass Rheinland-Pfalz bei zukünftigen Investitionsentscheidungen überhaupt eine Rolle spielt,“ sagt Stefan Thoma, Landesvorsitzender der FDP Rheinland-Pfalz
Die FDP fordert die Landesregierung auf, landesweit zu prüfen, welche Regionen und Standorte grundsätzlich für größere KI- und Hochleistungsrechenzentren geeignet sein könnten. Dabei geht es ausdrücklich noch nicht um eine Festlegung. Zu betrachten sind insbesondere Energie- und Netzkapazitäten, Industrie- und Gewerbeflächen, Glasfaseranbindungen sowie Planungs- und Genehmigungsmöglichkeiten.
„Wir wollen die Kontrollleuchte einschalten. Deutschland baut seine Rechenkapazitäten massiv aus. Deshalb müssen wir uns heute fragen, welche Chancen Rheinland-Pfalz dabei hat - bevor Standortentscheidungen andernorts gefallen sind,“ so Ulrich van Bebber, Kreisvorsitzender der FDP Ahrweiler und Ideengeber der Initiative.
Van Bebber hat dabei auch Mülheim-Kärlich/Weißenthurm als mögliches Beispiel in die Diskussion eingebracht. Die industrielle Prägung des Raums und vorhandene energiewirtschaftliche Infrastruktur machen den Standort aus Sicht der FDP interessant genug für eine nähere Betrachtung. Eine fachliche Standortbewertung ist damit ausdrücklich nicht verbunden.
„Mülheim-Kärlich ist ein Beispiel, keine Vorentscheidung. Ob dort tatsächlich die technischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen bestehen, müssen Fachleute prüfen. Das gilt genauso für andere potenziell geeignete Standorte in Rheinland-Pfalz,“ schlägt Sandra Weeser, Vorsitzende des FDP-Bezirksverbands Koblenz vor.
Für die FDP steht zunächst die strategische Frage im Mittelpunkt: Welche Voraussetzungen muss Rheinland-Pfalz heute schaffen, um morgen ein attraktiver Standort für KI-Infrastruktur und die damit verbundene Wertschöpfung zu sein? Das Thema soll anschließend fachlich vertieft und daraus sollen konkrete politische Schritte entwickelt werden.
„Unsere Aufgabe als Politik ist es, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen. Rheinland-Pfalz muss jetzt prüfen, welche Chancen wir haben. Danach können wir auf Grundlage von Fakten über konkrete Standorte und weitere Schritte sprechen“, so Thoma.