Kein Kind darf in der Grundschule scheitern
Schmitt: Startchancenprogramm für Kitas jetzt umsetzen
Mainz. An der Gräfenauschule in Ludwigshafen haben in den vergangenen Jahren zahlreiche Grundschulkinder den Sprung in die zweite Klasse nicht geschafft. Laut Medienberichten geht die Schulleiterin davon aus, dass sich das im aktuellen Schuljahr fortsetzen wird. Dazu erklärt Daniela Schmitt, Vorsitzende und Spitzenkandidatin der FDP Rheinland-Pfalz:
„Wenn Kinder schon in der ersten Klasse scheitern, ist das ein Alarmsignal und eine klare Aufforderung zum Handeln. Grundschullehrkräfte leisten tagtäglich Enormes, aber sie können nicht nebenbei in der ersten Klasse aufholen, was zuvor jahrelang versäumt wurde.
Der entscheidende Hebel liegt vor der Einschulung. Kinder müssen sprachlich und in grundlegenden Fertigkeiten so vorbereitet sein, dass sie dem Unterricht von Anfang an folgen können. Deshalb wollen wir verbindliche Sprachtests im fünften Lebensjahr und eine gezielte Förderung für alle Kinder mit Unterstützungsbedarf.
Gleichzeitig müssen wir dort besonders investieren, wo die Herausforderungen am größten sind. Das erfolgreiche Prinzip des Startchancenprogramms für Schulen gehört auch in die Kitas: Einrichtungen in schwierigen Lagen brauchen mehr Personal, bessere Ausstattung und zusätzliche Unterstützung – nicht nur Ankündigungen. Dafür wollen wir ein Startchancenprogramm für Kitas mit mindestens 50 Millionen Euro jährlich auf den Weg bringen.
Frühkindliche Bildung darf außerdem nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen. Wir stehen zur beitragsfreien Kita ab dem zweiten Lebensjahr, weil Bildung ein Bürgerrecht ist und der Kita-Besuch ein entscheidender Faktor für späteren Bildungserfolg ist. Gleichzeitig brauchen wir mehr Plätze und verlässliche Betreuung, damit Familie und Beruf tatsächlich vereinbar sind.
Dass die BASF das Programm ‚Klasse 0‘ – also eine vorschulische Förderung für Kinder mit besonderem Unterstützungsbedarf – in Ludwigshafen unterstützt, ist ein starkes und vorbildliches Signal. Es zeigt, wie Wirtschaft vor Ort Verantwortung für die Region und für die Zukunft unserer Kinder übernimmt.
Unser Anspruch muss klar sein: Kein Kind darf mit einem Rückstand in die Schule starten. Wer früh investiert, verhindert späteres Scheitern – und entlastet zugleich Lehrkräfte und Schulen.“