Digitale Souveränität statt Abhängigkeit von Peking: Schmitt und Hüskens setzen auf sichere Netze „Made in Europe“

Vorrang für europäische Lösungen bei kritischer Infrastruktur

Montabaur. Eine Woche vor der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz haben Daniela Schmitt, Staatsministerin sowie FDP-Spitzenkandidatin und Dr. Lydia Hüskens, Ministerin und Landesvorsitzende der FDP Sachsen-Anhalt das Hauptquartier von United Internet und der 1&1 AG in Montabaur besucht.

Im Mittelpunkt des Gesprächs stand die Frage, wie Deutschland seine digitale Infrastruktur sicher, unabhängig und zukunftsfest aufstellt. Denn Netze sind heute Grundversorgung für Arbeit, Bildung und Sicherheit. Wer kontrolliert die Mobilfunknetze, auf die Millionen Menschen jeden Tag angewiesen sind?

1&1 hat in Montabaur darauf eine klare Antwort aufgebaut: ein Mobilfunknetz, das auf offenen Standards basiert und nach Unternehmensangaben ohne Komponenten chinesischer Hersteller betrieben wird. Gesteuert aus Deutschland. Für Schmitt und Hüskens zeigt das: Sicherheit, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit entstehen dort, wo Infrastruktur nicht von einzelnen Herstellern abhängig ist und wo wir die Kontrolle behalten.

„Rheinland-Pfalz ist Heimat eines der bedeutendsten Digitalunternehmen Deutschlands. Was die United Internet AG in Montabaur aufgebaut hat, ist ein nationaler Sicherheitsbeitrag. Wirtschaftliche Stärke und digitale Souveränität sind keine Gegensätze, sie sind das Ergebnis politischer Entscheidungen und kluger Standortpolitik“, betonte Daniela Schmitt.

Offene Netze statt neuer Abhängigkeiten

Im Gespräch ging es um die Bedeutung von Open RAN (Open Radio Access Network), vereinfacht gesagt: Mobilfunktechnik, die nicht an einen einzigen Hersteller gekettet ist. Während klassische Mobilfunknetze häufig auf Technik einzelner Hersteller beruhen und nur schwer austauschbar sind, setzt Open RAN auf offene, herstellerunabhängige Standards. Komponenten können leichter ausgetauscht werden. Das erhöht den Wettbewerb und reduziert Abhängigkeiten. 

Schmitt und Hüskens verwiesen darauf, dass in einer angespannten geopolitischen Lage die Frage der Netzkomponenten auch eine Frage der Sicherheits- und Vorsorgepolitik ist. Man müsse bei kritischer Infrastruktur darauf achten, dass man nicht in neue Abhängigkeiten gerate. In vielen europäischen Netzen sind Komponenten chinesischer Hersteller verbaut. Chinesische Gesetze verpflichten diese Unternehmen zur Zusammenarbeit mit staatlichen Behörden, ein Risiko, vor dem Sicherheitsbehörden und NATO-Partner seit Jahren warnen.

Mit seinem Open-RAN-Netz betreibt 1&1 das größte Netz dieser Art weltweit. Bis November 2025 wurden alle rund 12 Millionen Kundinnen und Kunden vollständig in das eigene Netz migriert, das über ein Netz deutscher Rechenzentren gesteuert wird.

„Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz zeigen gemeinsam: Digitale Souveränität entscheidet sich nicht abstrakt, sondern konkret in Infrastrukturprojekten. 1&1 liefert die praktische Antwort auf die Peking-Frage. Jetzt brauchen wir ein Vergaberecht, das europäischen und deutschen Anbietern bei kritischer Infrastruktur echten Vorrang gibt“, sagte Dr. Lydia Hüskens

Digitaler Spitzenstandort im ländlichen Raum

Der Standort Montabaur zeigt zugleich, dass digitale Innovation nicht nur in Metropolen entsteht. Dass ein Unternehmen wie 1&1 seinen Hauptsitz im Westerwald hat und von dort Telekommunikationsdienste für Millionen Menschen betreibt, ist auch Ergebnis einer Politik, die den ländlichen Raum als Wirtschaftsstandort ernst nimmt.

Rheinland-Pfalz hat beim Glasfaser- und Mobilfunkausbau große Fortschritte erzielt und will das Tempo weiter erhöhen: schnellere Genehmigungen, weniger Bürokratie und mehr digitale Verwaltung.

Die FDP treibt dabei im Rahmen der Koalition weiter voran: schnellere Genehmigungsverfahren für Mobilfunkstandorte, die Digitalisierung der Verwaltung sowie den Einsatz von KI-Anwendungen und Open-Source-Lösungen in öffentlichen Prozessen.

Politische Konsequenzen für die Zukunft

Aus dem Austausch über die Zukunft digitaler Infrastruktur leiten Schmitt und Hüskens klare politische Ziele ab. Der Ausbau digitaler Netze soll weiter beschleunigt werden, insbesondere durch schnellere Genehmigungsverfahren für Mobilfunkstandorte und eine bessere Abstimmung zwischen Bund, Ländern und Kommunen. Weiterhin sollen europäische Technologien bei kritischer Infrastruktur gestärkt werden. Zudem möchte man Staat und Verwaltung konsequent digitalisieren, mit klaren und schnellen Verfahren.

ICE-Halt Montabaur

Schließlich betonten Schmitt und Hüskens dass der ICE-Halt in Montabaur als Zentraler Standortfaktor für die Region langfristig gestärkt werden müsse.

1&1 in Montabaur: Leuchtturm im Westerwald

United Internet betreibt mit seiner Tochter 1&1 AG am Standort Montabaur einen der wichtigsten Digitalstandorte Deutschlands. Rund 3.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter machen das Unternehmen zum größten Arbeitgeber im Westerwald. Der United Internet-Konzern erzielte 2024 einen Umsatz von rund 6,3 Milliarden Euro; 1&1 steht exemplarisch für ein modernes Technologieunternehmen aus der Region.

Für Schmitt und Hüskens ist der Standort damit ein Beweis: Weltklasse-Technologie kann auch im ländlichen Raum entstehen, wenn die politischen Rahmenbedingungen stimmen.