Klimaanlagen retten Leben – FDP fordert Sofortprogramm
Wir alle spüren es in diesem Jahr ganz deutlich: Wir erleben mehr und längere Hitze- und Trockenphasen. Das belastet die Natur, aber auch die Gesellschaft. Anhaltende Hitzeperioden können insbesondere für ältere, kranke und beeinträchtigte Menschen zu einer ernsten gesundheitlichen Gefahr werden. Die FDP Rheinland-Pfalz fordert deshalb ein Sofortprogramm, das kommunale und private Träger beim wirksamen Hitzeschutz unterstützt. Krankenhäuser, Seniorenheime, Kindergärten, Schulen, Einrichtungen der Eingliederungshilfe und betreute Wohnformen müssen auch an sehr heißen Tagen erträgliche und gesundheitlich unbedenkliche Raumtemperaturen gewährleisten können. Viele Träger verfügen jedoch nicht über die organisatorischen und finanziellen Mittel, um notwendige bauliche oder technische Maßnahmen kurzfristig umzusetzen.
Viele Gebäude sind nicht für die heißen Sommer ausgelegt, die wir inzwischen erleben. Verschattung, Nachtlüftung und eine gute Dämmung leisten durchaus einen wichtigen Beitrag. Sie reichen aber nicht in jedem Gebäude und bei jeder Wetterlage aus. Das von der FDP Rheinland-Pfalz geforderte Programm soll deshalb technologieoffen ausgestaltet werden, sodass sowohl passive Maßnahmen wie Verschattung, Dämmung sowie Dach- und Fassadenbegrünung als auch aktive Kühlsysteme ermöglicht werden. Wo es baulich und wirtschaftlich sinnvoll ist, sollen Klimaanlagen mit Photovoltaikanlagen kombiniert werden. Diese können den benötigten Strom gerade dann liefern, wenn die Sonneneinstrahlung und der Kühlbedarf besonders hoch sind. Stefan Thoma, Landesvorsitzender der FDP Rheinland-Pfalz, erklärt: „Die Hitze ist jetzt da. Und die Erwärmung im Zuge der Klimaveränderungen wird eher noch zunehmen. Wir werden uns noch bei vielen Themen damit auseinandersetzen müssen, wie wir mit diesen Hitze-Problemen realistisch umgehen. Das gilt natürlich auch für den Schutz der Bevölkerung. Wir dürfen hier den Schutz besonders gefährdeter Menschen nicht durch endlose Grundsatzdebatten verzögern. Neben passiven Maßnahmen brauchen Einrichtungen bei anhaltend hohen Temperaturen auch wirksame technische Kühlung. Entscheidend ist, was vor Ort tatsächlich hilft.“
Wie dringend der Handlungsbedarf ist, zeigt sich insbesondere in Einrichtungen für Menschen mit Beeinträchtigungen. Ulrich van Bebber, Vorsitzender der Lebenshilfe im Kreis Ahrweiler, berichtet: „Die Belastung durch Hitze ist in unseren Einrichtungen ein erhebliches Problem. Viele Bewohnerinnen und Bewohner können hohen Temperaturen nicht ausweichen oder reagieren gesundheitlich besonders empfindlich. Wenn sich die Räume über längere Zeit aufheizen, reichen offene Fenster und zusätzliche Getränke allein nicht mehr aus.“ Die FDP Rheinland-Pfalz fordert Bund und Land auf, ein unkompliziertes und schnell zugängliches Angebot für kommunale und private Träger bereitzustellen, sodass beispielsweise betroffene Einrichtungen Hitzeschutzmaßnahmen unbürokratisch einbauen lassen und gesondert abschreiben können. „Hitzeschutz ist keine Komfortfrage, sondern eine Frage der Gesundheitsvorsorge“, betont Thoma. „Die Einrichtungen wissen selbst am besten, welche Maßnahmen sie benötigen. Die Politik muss ihnen unkompliziert die finanziellen und rechtlichen Möglichkeiten geben, schnell zu handeln.“