A1-Lückenschluss: FDP wirft BUND rücksichtsloses Verhalten vor

Verband prozessiert trotz klarer Niederlage weiter – die Eifel zahlt die Rechnung

Ahrweiler, 17. Juni 2026. Die FDP geht im Streit um den A1-Lückenschluss scharf gegen den Bund für Um-welt und Naturschutz (BUND) vor. Das Bundesverwaltungsgericht hat die Klage des Verbands am 18. November 2025 abgewiesen, der Planfeststellungsbeschluss für den Abschnitt Kelberg–Adenau ist seitdem bestandskräftig. Trotzdem hält der BUND mit einer Anhörungsrüge an seinem Widerstand fest. Mit ihr will er – mit Verweis auf den Artenschutz – das abgeschlossene Verfahren noch einmal aufrollen. Bis zur Entscheidung lastet auf dem Baubeginn ein juristisches Restrisiko.

 

Für die Freien Demokraten ist das ein Affront. Landesvorsitzender Stefan Thoma wird grundsätzlich: „Der BUND hat vor dem höchsten deutschen Verwaltungsgericht klar verloren. Statt das Urteil zu akzeptieren, blockiert er weiter. Das ist rücksichtslos - ein national und europäisch bedeutsames Projekt wird aus Prinzip ausgebremst“

 

Den wirtschaftlichen Preis dieser Blockade beziffert Bezirksvorsitzende Sandra Weeser: „Autobahnen sind die Lebensadern für Arbeit, Handel und Tourismus. Jeder weitere Prozessmonat kostet Investitionen, Arbeitsplätze und Vertrauen – und der BUND nimmt diesen Schaden billigend in Kauf.“

 

Wie konkret die Lasten vor Ort sind, macht Ulrich van Bebber, Fraktionsvorsitzender der FDP im Kreistag Ahrweiler, deutlich: „Solange die Lücke klafft, quält sich der Verkehr durch unsere Orte. Adenau und die Nachbargemeinden ertragen täglich Lärm, Abgase und Schwerlastverkehr. Eine Region, die nach der Flut wieder auf die Beine kommt, hat diese Dauerbelastung nicht verdient.“

 

Daraus leitet Kreisbeigeordnete Christina Steinhausen, zugleich Mitglied im Bezirksvorstand, eine klare Forderung ab: „Die Menschen brauchen Entlastung, nicht den nächsten Schriftsatz. Das Baurecht steht. Wir erwarten, dass der Bund die Finanzierung sichert und zügig baut - und dass der BUND die Geduld der Menschen nicht länger strapaziert.“

 

Die FDP appelliert an den Verband, die Anhörungsrüge zurückzuziehen, und an den Bund, den Baubeginn ohne weitere Verzögerung abzusichern.