Schulunterricht wieder vom Kopf auf die Beine stellen

(07.09.2015) MAINZ. Die Freien Demokraten nahmen den Schulbeginn nach Ende der Sommerferien zum Anlass, vor einer zunehmenden Überfrachtung des Schulunterrichts mit bildungsfremden Aufgaben zu warnen. "Die Schule ist vor allem eine Bildungseinrichtung aber keine Reparaturwerkstatt für die Gesellschaft", sagte der Vorsitzende der FDP Rheinland-Pfalz, Dr. Volker Wissing.

Er kritisierte zudem, dass Unterrichtsausfall an rheinland-pfälzischen Schulen weiterhin ein großes Problem sei. Familien würden beim Frühstückstisch schon täglich den Unterrichtsausfall an ihrer Schule abfragen. Zwischen dem Anspruch der rot-grünen Landesregierung und ihrer tatsächlichen Politik lägen Welten. So erschwere Rheinland-Pfalz die Inklusion, weil die Landesregierung sich weigere, den Kommunen ausreichend Mittel zur Verfügung zu stellen. "Das Konzept der Landesregierung, eine Inklusion zum Spartarif umzusetzen, wird den Bedürfnissen der Betroffenen nicht gerecht", so Wissing. Es müssten speziell ausgebildete Lehrkräfte zur Verfügung stehen, damit gewährleistet sei, dass der Unterricht tatsächlich für alle Beteiligten optimal gestaltet werden könne. Wissing kritisierte die Bildungspolitik der Landesregierung, die sich damit zufrieden gebe, dass Inklusion vielfach nur auf dem Papier existiere. "SPD und Grüne lassen nicht nur die Schülerinnen und Schüler, sondern auch deren Eltern, sowie die Lehrerinnen und Lehrer im Schulalltag im Stich", sagte der FDP-Politiker.

Die Bildungspolitik des Landes sei über Jahrzehnte von der rheinland-pfälzischen SPD gestaltet worden. Sie hätte die heutigen Probleme zu verantworten. Es werde eine Hauptaufgabe der nächsten Landesregierung sein, die Vermittlung von Wissen wieder als Kern der Bildungspolitik zu begreifen. "Wir wollen eine Bildungspolitik für die Schülerinnen und Schüler und keine, die sich vor allem die Verwirklichung der gesellschaftspolitischen Theorien der Landesregierung zur Aufgabe macht", so Wissing.