FDP fordert ‚Unser-Schönes-Land-Fonds‘

MAINZ. Die Freien Demokraten setzen sich für eine gezielte Stärkung der ländlichen Räume ein, erklärte die Spitzenkandidatin der FDP Rheinland-Pfalz, Daniela Schmitt:

„Der ländliche Raum erfüllt viele wichtige Funktionen für die Gesellschaft: Er dient als Erholungsraum, Naturreserve, Wasser-, Nahrungs- und Rohstofflieferant. Gleichzeitig sollte er für seine Bewohnerinnen und Bewohner ein attraktiver Wohn- und Wirtschaftsraum sein, der ihnen gut bezahlte Ausbildungs- und Arbeitsplätze bietet. In der Vergangenheit wurden politische Entscheidungen oftmals einseitig zulasten des ländlichen Raumes getroffen. Die Landwirtschaft wird für einen stärkeren Umwelt- und Naturschutz eingeschränkt, ohne dass ein gleichwertiger Ausgleich geschaffen wird. Die Folge ist ein anhaltendes, dramatisches Höfe-Sterben. Der Ausbau der Windenergie geht ebenfalls zulasten des ländlichen Raumes. Die Anwohnerinnen und Anwohner vor Ort müssten negative Auswirkungen auf ihre Lebensqualität und das Landschaftsbild hinnehmen, während die Profite vor allem den Investoren zugutekämen. Auch die Zuwendungen für kulturelle Veranstaltungen fließen vor allem in die Ballungsgebiete. Im ländlichen Raum findet kaum eine vergleichbare Kulturförderung statt.

Deshalb fordern wir einen ‚Unser-Schönes-Land-Fonds‘ der ganz gezielt der Attraktivitätssteigerung des ländlichen Raumes dienen soll. Der ländliche Raum ist Teil unserer rheinland-pfälzischen Identität. Wir wollen ihn als attraktiven Wohn- und Wirtschaftsraum erhalten. Im Gegensatz zu der grünen Forderung nach Einschränkung von Eigenheimen, wollen wir, das gerade im ländlichen Raum der Traum von den eigenen 4 Wänden für junge Familien realistisch bleibt. Außerdem brauchen wir ein horizontales Konnexitätsprinzip zwischen Städten und Dörfern. Wenn im ländlichen Bereich Einschränkungen vorgenommen werden, von denen vor allem die Ballungsgebiete profitieren, muss es hier einen entsprechenden Ausgleich geben. Oder auch beim Öffentlichen Personennahverkehr kann es nicht sein, dass in den Ballungsgebieten ein 365-Euro-Ticket angeboten wird, während auf dem Land einmal am Tag ein Bus vorbeikommt. Der ‚Unser-Schönes-Land-Fonds‘ soll sich gezielt aus entsprechenden Ausgleichszahlungen finanzieren. Wenn in den Städten Theater, Museen und Opern gefördert werden, müssen für den ländlichen Raum entsprechende Pro-Kopf-Ausgleichszahlungen zur Verfügung gestellt werden.

Für die Freien Demokraten ist die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse ein wichtiges Anliegen. Wir wollen beste Chancen für alle und zwar nicht nur in den Städten. Die individuellen Lebenschancen dürfen keine Frage des Wohnortes, keine von Stadt oder Land sein.“