Dr. Wissing im SWR Sommerinterview

Das Video des Sommerinterviews von Dr. Wissing und weitere Informationen finden Sie unter:

https://www.swr.de/unternehmen/kommunikation/pressemeldungen/swrfernsehen-swr-aktuell-sommerinterviews-rp-volker-wissing-fdp-2021-100.html

 

Volker Wissing (FDP) im SWR Aktuell Sommerinterview RP

Von Klimawandel bis Impfquote – der Markt soll’s regeln

 

Volker Wissing (FDP) im „SWR Aktuell Sommerinterview“ mit Moderatorin Dorit Becker / Fr., 13.8., 19:30 Uhr im SWR Fernsehen

Mainz. Grundsätzlich sei es zwar richtig, dass Corona-Tests für Ungeimpfte künftig nicht mehr kostenlos seien. Doch den Zeitpunkt kritisiert FDP-Spitzenkandidat Volker Wissing im SWR Aktuell-Sommerinterview.

Der vergangene Herbst habe gezeigt, dass die Corona-Zahlen angestiegen seien. Nun nehme man sich eine „Sicherheitsstrategie“, so Wissing: „Das halte ich nicht für klug. Denn wenn Menschen sich nicht testen lassen, können sie trotzdem im Supermarkt einkaufen und andere infizieren.“ Der Staat riskiere, im Herbst weniger Überblick über das Infektionsgeschehen zu haben. Der Druck auf Ungeimpfte dürfe nicht auf Kosten der Sicherheit der Allgemeinheit gehen. Ein Test müsse es Menschen weiterhin ermöglichen, am öffentlichen Leben teilzunehmen. Nichts rechtfertige es, getesteten ungeimpften Bürgern ihre Grundrechte vorzuenthalten. Ein Lockdown für Ungeimpfte, wie ihn der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ins Gespräch gebracht hatte, bezeichnet Wissing als „leere Worthülse“.

Keine Kritik an SPD-Bildungsministerium im Land

Mit Blick auf Corona im Herbst beklagt FDP-Landeschef Wissing zu viel Bürokratie bei der Ausstattung der Schulen. Im SWR Aktuell-Sommerinterview vermeidet er aber einen Seitenhieb gegen die Bildungspolitik der Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP in Rheinland-Pfalz. Das Land selbst habe zu kleine finanzielle Spielräume und sei auf Hilfen des Bundes angewiesen. Die von dort zugesagten Hilfsmittel würden wegen bürokratischer Hürden aber nicht schnell genug fließen. „Wir haben nicht nur Wirtschaftsprobleme. Ich finde, Bildung ist ein Bürgerrecht und wir müssen alles tun, um dafür zu sorgen, dass wir in den Regelunterricht kommen“, so Wissing.

Beim Klima: Hoffen auf Europa

Nicht nur beim „Bildungsnotstand“, auch beim Thema Klimakrise sei Eile geboten: „Ich glaube, dass das Klima auch ein Notfall ist. Ich glaube, dass wir schneller handeln müssen!“ Deshalb sei die FDP für eine verbindliche CO2-Grenze, die europaweit verbindlich vorgebe, wie stark der Ausstoß sinken müsse, so der FDP-Generalsekretär. Wer dann noch CO2 ausstoße, müsse dafür Zertifikate kaufen. Der Erlös aus dieser „CO2-Dividende“ könne zum Beispiel Pendlern zugutekommen, die weiterhin auf ein Auto mit Verbrennungsmotor angewiesen sind: „Ich werde auch in Berlin nicht müde, immer wieder darauf hinzuweisen, dass die Flächenländer individuelle Mobilität brauchen“. Die Konzentration etwa der Grünen auf den öffentlichen Nahverkehr überzeuge ihn deshalb gerade auf dem Land nicht. Die Kritik, dass der Klimaschutzvorschlag der FDP nur auf europäischer Ebene funktioniere, kontert Wissing mit Verweis auf den milliardenschweren EU-Wiederaufbaufonds nach der Corona-Krise. Europa habe bewiesen, dass es auch schnell handeln könne. Das sei nicht nur eine Frage des Klimaschutzes, sondern auch eine Frage des Wettbewerbsstandorts Europa.

Inhalte vor Farbenspielen

Ob Jamaika, Deutschland oder Ampel: Aktuelle Umfragen zeigen, dass nach der Bundestagswahl eine Regierungsbildung ohne die FDP schwierig werden könnte. Trotz Auswahlmöglichkeiten hält sich Generalsekretär Wissing bei der Frage nach einer Lieblings-Regierungskonstellation aber zurück. Fest stehe, dass eine Umsetzung möglichst vieler liberaler Wahlinhalte damit wahrscheinlicher werde. Ob er nach seinen Erfahrungen in Rheinland-Pfalz für eine Ampel unter Olaf Scholz (SPD) werbe? Wissing gibt sich bescheiden: „Ein Demokrat akzeptiert immer, dass die stärkste Partei das Spitzenamt stellt. Und die Wählerinnen und Wähler werden einer Partei den Regierungsauftrag geben.“ Auch da wird es also der Markt regeln.