Rosenkrieg am Nürburgring

Bild: (c) magicpen / www.pixelio.de MAINZ. Die rheinland-pfälzische Landesregierung arbeitet offenbar gezielt auf einen Bruch mit den Pächtern am Nürburgring hin. So mahnt die Regierung Kurt Beck nicht nur ausstehende Pachtzahlungen an, sie lässt obendrein die Geschäftspraxis der Nürburgring Automotive GmbH (NAG) überprüfen.
Die rheinland-pfälzische FDP zeigte zwar Verständnis für das Interesse der Landesregierung an der Auflösung der Geschäftsbeziehung, kritisierte aber gleichzeitig die falsche Prioritätensetzung von Ministerpräsident Kurt Beck. "Die Auseinandersetzungen der Landesregierung mögen zwar verständlich erscheinen, sie ersetzen aber kein Konzept für einen erfolgreichen Betrieb des Nürburgrings", kritisierte der rheinland-pfälzische FDP-Vorsitzende, Dr. Volker Wissing. Es reiche nicht aus, den Bruch mit den alten Pächtern zu betreiben, wichtig sei, neue zu finden und endlich ein Konzept vorzulegen, welches einen erfolgreichen Betrieb der Strecke sichere.

Wissing bezeichnete den Konflikt zwischen der Landesregierung und den Nürburgringpächtern als "Rosenkrieg am Nürburgring". "Brüssel prüft eine Klage gegen die Landesregierung, die Landesregierung prüft Klagen gegen die Pächter, der Nürburgring ist auf bestem Wege, von einem Beschäftigungsprogramm für die Region, zu einem Beschäftigungsprogramm für Juristen zu werden", so Wissing. Er forderte Ministerpräsident Kurt Beck auf, endlich der Öffentlichkeit darzulegen, wie er sich einen erfolgreichen Betrieb der Rennstrecke vorstelle. Die Arbeitsplätze am Nürburgring seien ebenso gefährdet wie hunderte Millionen Euro Steuergelder, welche die Landesregierung bereits in das Projekt gesteckt habe. "Die Menschen haben genug von den Querelen am Nürburgring, sie wollen endlich wissen, wie es weitergeht", so Wissing.

Wenn eine Landesregierung fast 500 Mio. Euro Steuergelder investiere, trage sie auch die politische Verantwortung für den Erfolg des Projektes. "Scheitert der Nürburgring, ist die Regierung Kurt Beck gescheitert", so Wissing. (13.12.2011)

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