Kompetenz- und anforderungsorientiertes Schulsystem

Jedes Kind verfügt über unterschiedliche Stärken und Schwächen, Vorlieben und Abneigungen und spricht auf unterschiedliche Anreize zum Lernen an; hier muss ein vielfältiges Bildungswesen ansetzen. Schulen arbeiten nach unterschiedlichen Bildungskonzepten und unterbreiten je nach Profil unterschiedliche Lern- und Förderangebote.

Eltern wünschen sich für ihre Kinder die bestmögliche Bildung und Förderung. Dazu muss ihnen eine echte Wahlfreiheit gewährt werden.


Grundschulen vermitteln Grundlagen

Grundschulen müssen unseren Kindern wichtige Lerngrundlagen schaffen. Es ist Ziel der Freien Demokraten sicherzustellen, dass alle Kinder, die die Grundschule verlassen, lesen und schreiben können und die Grundrechenarten beherrschen.

Wir werden:

  • die im Wesentlichen nur noch für die Grundschulen geltenden verpflichtenden Schulbezirke abschaffen und den Eltern die freie Wahl der Grundschulen überlassen.
  • uns für das Erlernen der Schreibschrift in der Grundschule einsetzen, um den Kindern zu ermöglichen, ihre individuelle Handschrift auszubilden.


Mehrgliedriges und zugleich durchlässiges Schulsystem

Der Einzigartigkeit eines jeden Kindes wird nur ein mehrgliedriges und zugleich durchlässiges Schulsystem gerecht. Dies gilt von der Förderschule über die Realschulen plus, Integrierten Gesamtschulen, G8 und G9 Gymnasien bis zu den Berufsbildenden Schulen. Die Vielfalt der Schullandschaft stellt die bestmögliche Förderung und Bildung dar. Realschulen bedürfen dabei der besonderen personellen Unterstützung, da sie – hervorgerufen durch die Abschaffung der Hauptschulen – ein sehr breites Feld an pädagogischen Herausforderungen meistern.

Wir werden:

  • die Transparenz und Durchlässigkeit des Schulsystems verstärken. Dies erfolgt durch intensive Beratung der Erziehungsberechtigten hinsichtlich möglicher Bildungswege.
  • uns einsetzen für aussagekräftige Leistungsbewertungen und verlässliche Abschlusszeugnisse, so dass die Ausbilder, Arbeitgeber und Hochschulen eine adäquate Beurteilungsgrundlage vorfinden.


Förderschulen und Inklusion

Die Freien Demokraten setzen sich dafür ein, dass auch Menschen mit Beeinträchtigungen ihr Leben selbstbestimmt und möglichst eigenverantwortlich in die Hand nehmen können. Für das Land, die Schulträger und die Schulen bedeutet dies, Inklusion durch entsprechende pädagogische Angebote und Ressourcen zum Erfolg zu führen. Eltern brauchen profunde Beratungen, um zwischen Förderschule und Schwerpunktschule die geeignete Schule für ihr Kind zu finden. Die Freien Demokraten fordern den Erhalt der Förderschulen und eine Sicherstellung der Durchlässigkeit zwischen den Schulformen. Eine Reintegration von Förderschülern muss das Ziel sein.

Wir werden:

  • eine sachkundige Beratung der Eltern in Förder- und Beratungszentren bei der Entscheidung für eine Förderschule oder eine inklusive Beschulung fördern; im Vordergrund muss das Kindeswohl stehen.
  • die Durchlässigkeit zwischen Regelschulsystem und Förderschule sicherstellen.
  • Möglichkeiten des begleitenden Übergangs von Förderschulen in Regelschulen sicherstellen und an allen Förderschulen den Erwerb der allgemeinen Berufsreife ermöglichen.

 

Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund

Kinder von Zuwanderern, Asylbewerbern und Flüchtlingen müssen in Rheinland-Pfalz Bildungschancen erhalten. Das Erlernen der deutschen Sprache ist dabei die Grundlage des Bildungs- und Integrationserfolges.

Wir werden:

  • die Schulträger auffordern, Sprachförderklassen einzurichten – wenn möglich an den betroffenen Schulen – unter Berücksichtigung der individuellen Voraussetzungen und Koordinationsstellen für Sprachförderangebote.
  • zusätzlicher Ressourcen in Form von Lehrerstunden bereitstellen.
  • die Zusatzausbildung von Lehrkräften in Deutsch als Fremdsprache fördern.
  • die schulpsychologische Unterstützung vorhalten, um den betroffenen Kindern gerecht zu werden.


Moderne Mediennutzung

Für unsere Kinder muss die Nutzung moderner Medien künftig selbstverständlich sein.

Deshalb setzen sich die Freien Demokraten dafür ein, dass in allen Schulen die Nutzung moderner Kommunikations- und Medientechnologien fächerübergreifend intensiver als bisher gelehrt wird. Uns geht es hierbei nicht nur um die Befähigung, also um ein technisches Verständnis, sondern wir wollen auch die Kompetenzen stärken.

Wir werden:

  • Fort- und Weiterbildungsangebote ausbauen, um die Lehrkräfte zu qualifizieren, die für die Zukunftsfähigkeit notwendigen Inhalte zu vermitteln.
  • die sich in Aus- und Weiterbildung befindlichen Menschen befähigen, um mit und durch Medien- und Kommunikationstechnik zu arbeiten.


Schulische Rahmenbedingungen

Unter der Voraussetzung gleichbleibender Stundentafeln ist die Reduzierung der Klassenmesszahl auf 25 Schülerinnen und Schüler – in allen weiterführenden Schulen auch in den Berufsbildenden Schulen über alle Jahrgänge – zur Verbesserung der individuellen Förderung und zur Entlastung der Lehrkräfte ein wichtiger Baustein zur Optimierung von Unterrichtsqualität. Individuelle Förderung und Aktivierung der Schüler kommen in großen Klassen zu kurz: kleine Klassen unterstützen ein lernförderndes Klima. Gleichzeitig bedeutet eine Reduzierung der Klassengröße auch ein wichtiges Signal an die Lehrkräfte, dass ihre Gesundheit ernst genommen wird. Die Herabsetzung der Klassenmesszahlen erfolgt zunächst an Schulen in sozialen Brennpunkten, um dann schrittweise ausgeweitet zu werden.

Veränderte gesellschaftliche Strukturen und die Wünsche nach ganzheitlicher Bildung und Erziehung machen den weiteren Ausbau von Ganztagsschulen notwendig. Analog zu den rhythmisierten pädagogischen Konzepten der verpflichtenden Ganztagsschule der G8-Gymnasien in Rheinland-Pfalz, setzt Ganztagsschule ein pädagogisch wertvolles durchdachtes Konzept voraus. Ganztagsschulen dürfen sich nicht nur auf ein Betreuungsangebot am Nachmittag konzentrieren.

Wir werden:

  • insbesondere für Klassen mit inklusiver Beschulung und mit erhöhtem Sprachförderbedarf die Klassenmesszahl schrittweise reduzieren, um so eine bessere Betreuungs- und Förderquote in den Klassen zu erreichen.
  • den Ausbau weiterer Ganztagsschulen mit pädagogisch wertvollem Konzept fördern.
  • die Vernetzung von Vereinen und Schulen unterstützen, um dadurch der musischen, motorischen und künstlerischen Bildung Raum zu geben.
  • uns dafür einsetzen, an geeigneten Standorten in Rheinland-Pfalz Schülerforschungszentren einzurichten, um die Ausbildung und Förderung von Schülerinnen und Schülern vor allem in den MINT-Fächern voranzutreiben.


Bildungschancen nicht an Ländergrenzen stoppen

Bildungschancen nicht an Ländergrenzen stoppen – deshalb setzt sich die FDP dafür ein, durch den Abbau bürokratischer Schranken und durch vereinheitlichte Standards die bildungspolitischen Chancen aller Kinder und Jugendlichen auch bei einem Wechsel in ein anderes Bundesland zu realisieren. Obwohl immer mehr Bürgerinnen und Bürger mobil sein wollen oder müssen, bedeutet der Umzug von Eltern mit Schulkindern in andere Bundesländer den Verlust wertvoller Bildungschancen und Bildungszeit. Dies betrifft den Übergang von der Grundschule zu weiterführenden Schulen, Zulassungsvoraussetzungen für Bildungsabschlüsse, Angebote bei der zweiten Pflichtfremdsprache und Versetzungsbestimmungen der verschiedenen Bundesländer.

Wir werden:

  • uns für die Schaffung einheitlicher Standards aller Bundesländer und der deutschen Schulen im Ausland einsetzen.
  • für Schulwechsler aus anderen Bundesländern bzw. aus den Auslandsschulen Unterstützungsangebote entwickeln.
  • Spanisch wird als zweite Pflichtfremdsprache neben Französisch und Latein ab Klassenstufe 6 an den G8 und G9 Gymnasien dort eingeführt, wo die Schulgremien dies befürworten.


Ferienangebote

Die Freien Demokraten fordern die bereits bestehenden Angebote für Schülerinnen und Schüler in den Ferien bedarfsgerecht auszubauen.

Wir werden:

  • neue Angebote z.B. mit der außerschulischen Jugendhilfe prüfen, um für berufstätige Eltern die kompletten Schließzeiten der Schulen besser aufzufangen.
  • eine zentrale Plattform schaffen, in die Angebote eingetragen werden. Eltern können sich dann mit einer regionalen Filterung schnell einen Überblick verschaffen, welche Möglichkeiten sich ihnen bieten und so gut informiert entscheiden.