Gleichberechtigung beruflicher und akademischer Bildung

Jeder Mensch hat als Grundrecht die freie Berufswahl. Um diese Freiheit nutzen und eine treffende und chancenschaffende Entscheidung treffen zu können, benötigt man Informationen. An Berufsbildenden Schulen eröffnet sich allen Menschen ein vielfältiges Entwicklungsangebot. Das Wahlschulangebot umfasst viele Bildungsgänge von der beruflichen Grundbildung bis hin zur vertiefenden Weiterbildung. Als verlässlicher Partner in der dualen Ausbildung trägt der Berufsschulbereich große Verantwortung für aktuelle und zukünftige Fachkräftegenerationen. Die Freien Demokraten setzen sich deshalb für eine Stärkung der Berufsbildenden Schule ein.

Wir wollen deshalb, dass ein Meister genauso viel wert ist wie ein Master

Für die Freien Demokraten sind die Berufsbildenden Schulen eine gleichberechtigte Säule des Bildungssystems. Die Stärkung der dualen Berufsausbildung zusammen mit Kooperationsinitiativen der Kammern ist deshalb Voraussetzung erfolgreicher Berufswege. Praktisch begabter Nachwuchs erhält in vielen Unternehmen gute Entwicklungschancen. Handwerks- und Industriebetriebe bieten zukunftsorientierte Ausbildungs- und Berufswege. Durch frühzeitige Beratung und Begleitung der Eltern und Schüler hinsichtlich praktischer und theoretischer Stärken der Kinder bieten sich neue Karrierechancen.

Lebenslanges Lernen schafft die Grundlage für individuelle Entwicklung und für gesellschaftlichen Fortschritt. Die FDP fordert den Ausbau der finanziellen Förderung von Ausbildungs-, Weiterbildungsund Studienfinanzierung. Gerade die finanzielle Förderung der berufsbegleitenden Weiterbildung in den einzelnen Lebensphasen und Lebenssituationen ist zwingend geboten, um in einer sich demografisch und technologisch verändernden Berufswelt mitzuhalten.

Die Hochschulen in Rheinland-Pfalz sind im Vergleich zu anderen Bundesländern deutlich unterfinanziert, was nicht nur negative Auswirkungen auf den Hochschulstandort Rheinland-Pfalz hat, sondern auch auf die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Durch die Weiterentwicklung des Dualen Hochschulkonzeptes wird gewährleistet, dass die Studierenden sowohl ein fundiertes theoretisches Wissen wie auch praktische Erfahrungen erwerben.

Wir werden:

  • uns für die Einführung der Berufsorientierung an den allgemeinbildenden Schulen einsetzen, bzw. diese verstärken und auf eine praxisnahe Ausgestaltung achten.
  • einen höheren Stellenwert der Berufsbildenden Schulen in der Bildungslandschaft fördern.
  • die Informationslage für Schülerinnen, Schüler und Eltern über die Chancen, die das berufsbildende Schulsystem eröffnet und welche Schulabschlüsse dort erworben werden können, verbessern.
  • frühzeitige Kooperationen zwischen allgemeinbildenden Ganztagsschulen und berufsbildenden Schulen unterstützen, um so eine frühzeitige Berufsorientierung anbieten zu können.
  • die Berufsbildenden Schulen personell und sachlich so ausstatten, dass sie sowohl fachtheoretischen als auch fachpraktischen Unterricht in vollem Umfang anbieten können. Dies gilt auch für inklusive und berufsfördernde Maßnahmen.
  • existierende Parallelsysteme näher auf ihren Nutzen für die Schülerschaft und die Gesellschaft hin überprüfen.
  • Beratungskonzepte für eine frühzeitige Beratung und Begleitung der Schüler und Eltern gemeinsam mit den Dualen Partnern entwickeln. Eltern und Schülern muss Hilfe bei der Einschätzung der praktischen und theoretischen Stärken und Schwächen der Kinder und Jugendlichen geboten werden.
  • am vielfältigen Angebot an beruflichen Schulen festhalten. Die Schulen vor Ort entscheiden zusammen mit dem Schulträger und den regionalen Unternehmen über das konkrete Profil der Schulen.
  • uns dafür einsetzen, dass die Perspektiven einer dualen Berufsausbildung mit möglicher Weiterbildung und damit verbundenen Karrierechancen ihren gesellschaftlichen Stellenwert zurückgewinnen.
  • frühzeitige Kooperation der Kammern mit den allgemeinbildenden Schulen unterstützen, um den Schülern die berufliche Welt zu eröffnen. Ebenso ist eine Kooperation der allgemeinbildenden und der berufsbildenden Schulen im Wahlpflichtbereich oder im Ganztagsbereich anzustreben, um erste Berufsorientierung zu ermöglichen.
  • finanzielle Förderkonzepte für die berufsbegleitende Weiterbildung entwickeln bzw. ausbauen.
  • ein Auffangkonzept und präventive Maßnahmen für Studienabbrecher entwickeln, die zwar die Studienberechtigung haben, aber nicht über die nötige Studierfähigkeit verfügen und ratlos nach neuen Perspektiven suchen. Die verstärkte Beratung durch die Hochschulen und Kammern ist zu unterstützen.
  • die Hochschulen finanziell besser ausstatten, den Ausbau der Dualen Hochschule weiterentwickeln und den Gestaltungsfreiraum der Hochschulen ausweiten.