Eine neue Gründerkultur

Das Ziel der Wirtschaftspolitik in Rheinland-Pfalz muss es zukünftig sein, die Gründungsdynamik erheblich zu verstärken und die Wirtschaft für das digitale Zeitalter fit zu machen. Wir sind überzeugt, dass die soziale Marktwirtschaft die beste Basis für wirtschaftliches Handeln ist und möchten für die da sein, die bereit sind, neue Wege zu wagen. Mit großer Sorge verfolgen Freie Demokraten die deutlich zurückgehende Zahl der Menschen, die sich selbständig machen, einen Betrieb gründen und Arbeitsplätze schaffen. Die Zahl der Betriebsgründungen ist seit dem letzten Höchststand im Jahre 2004 um über 30 Prozent gesunken. Ferner ist insbesondere in Rheinland-Pfalz ein merklicher Rückgang der Zahl der Selbstständigen zu beobachten. Aus diesem Grund ist die Politik verpflichtet, eine aktivere Rolle als bisher einzunehmen. Die Potentiale müssen stärker ausgeschöpft werden und die Signale müssen alle auf Grün gestellt werden für die speziellen Belange der Gründer.


In der Zusammenfassung heißt das, der Gründungsstandort Rheinland-Pfalz kann nur mit einer
nachhaltigen Strategie erreicht werden, die aus folgenden Komponenten besteht:

 

  • Vereinfachung von Gründungen durch Schaffung einer One-Stop-Agency. Gründer brauchen für alle Fragen und Formalien eine Anlaufstelle.
  • Eine stärkere Verknüpfung von Wirtschaft, Schule und Hochschule zur Vermittlung des Unternehmertums. Dies kann durch sog. Practice-Days in Schulen oder Unternehmen erfolgen.
  • Schaffung von günstigen Büro- und Verwaltungsräumen im Verbund mit der Wirtschaft, um insbesondere Gründer aus strukturschwachen Regionen zu unterstützen.
  • Förderung von Gründungsbüros an Hochschulen, um Ausgründungen, insbesondere im Technologie- und Forschungsbereich, zu erleichtern.
  • Bürokratieabbau für Gründer und den Mittelstand, z.B. durch eine One-In-One-Out-Regelung für Landesgesetze oder aber auch eine Ablaufzeit für Gesetze.
  • Öffnung von Förderprogrammen, wie z.B. der EXIST-Förderung, auch für Nichtakademiker oder klassische Gründer im Handwerk.
  • Förderung einer Kultur, welche eine zweite Chance ermöglicht und fördert.
  • Einführung eines bürokratiefreien Jahres. Eine Gewerbeanmeldung soll für das erste Gründungsjahr ausreichend sein.
  • Förderung des Breitbandausbaus, gerade in ländlichen Räumen. Gründungen auf dem Lande dürfen gegenüber denen in Großstädten nicht benachteiligt werden.
  • Eine gründerfreundliche Politik auf Bundesebene einfordern. Hierzu zählen u.a. die Steigerung der Attraktivität von Beteiligungsinvestitionen, bessere Rahmenbedingungen und Rechtsrahmen für Wagniskapital und Crowdfunding, die Einführung eines Venture-Capital-Gesetzes.