Schuldeingeständnis ist keine Problemlösung

 Schuldeingeständnis ist keine Problemlösung MAINZ. Der rheinland-pfälzische SPD- Fraktionsvorsitzende, Hendrik Hering, hat das Versagen der rheinland-pfälzischen Landesregierung am Nürburgring eingestanden. Er sagte: "Auf der Grundlage heutiger Kenntnisse und den gemachten Erfahrungen würde ich Entscheidungen für die Zukunft des Nürburgrings anders als in 2009 und 2010 treffen." Die rheinland-pfälzische FDP begrüßte das Schuldeingeständnis des SPD-Fraktionsvorsitzenden, betonte aber, dass dieses noch lange keine Problemlösung sei. "Wenn Herr Hering heute sagt, dass er früher alles falsch gemacht hat, muss er auch sagen, wie er morgen alles richtig machen will", so Wissing.

Die Ankündigung von Ministerpräsident Kurt Beck, dass der Nürburgring noch über Jahre defizitär sein werde, sei aus Sicht der FDP Ausdruck einer bemerkenswerten politischen Anspruchslosigkeit. Wenn die SPD den Nürburgring nicht zum Erfolg führen könne, dürften dort auch keine weiteren Gelder investiert werden, so Wissing. Es helfe wenig, in ein Fass ohne Boden, in welchem bereits 500 Mio. Euro verschwunden seien, weitere Gelder zu versenken. Es sei nun Aufgabe der Landesregierung darzulegen, wann und auf welche Weise der Nürburgring kostendeckend betrieben werden könne. Die Landesregierung habe den Pächtern gekündigt und sei nun auch in der Pflicht zu zeigen, dass sie es besser könne.

Er forderte SPD und Grüne auf, sich endlich auf ein gemeinsames Konzept zu einigen. "Wenn der Ring eine Zukunft haben soll, muss Klarheit herrschen", so Wissing. Es gehe nicht, dass die SPD weitere Steuergelder verspreche, während die Grünen den Abriss forderten. Der Zwist innerhalb der rot-grünen Landesregierung sei praktizierte Investorenabschreckung, sagte der rheinland-pfälzische FDP-Vorsitzende. "Ein Ende mit Schrecken wäre für den Nürburgring schrecklich, aber der von der Landesregierung angestrebte Schrecken ohne Ende ist auch keine Alternative", so Wissing. (10.02.2012)