Das Hochschulsystem in Rheinland-Pfalz steht vor Vielfältigen Herausforderungen

Hochschulen sind in unserer Wissensgesellschaft ein wesentlicher Standortfaktor. Nur mit exzellent ausgebildeten Köpfen können wir unseren Wohlstand im globalen wie im regionalen Wettbewerb sichern. In Bildung zu investieren heißt daher die Zukunft sichern.

Hochschulen sind in unserer Wissensgesellschaft ein wesentlicher Standortfaktor. Nur mit exzellent ausgebildeten Köpfen können wir unseren Wohlstand im globalen wie im regionalen Wettbewerb sichern. In Bildung zu investieren heißt daher die Zukunft sichern.

Vor diesem Hintergrund ist es nicht hinnehmbar, dass Rheinland-Pfalz so wenig dafür tut, seine Hochschulen zu exzellenten Standorten von Forschung und Lehre auszubauen.

Insbesondere was die Finanzausstattung – also beispielsweise die Grundmittel je Studierenden, die Betreuungsrelation Studierende / Lehrende sowie die Raumausstattung (absolut und in Relation zu Studierenden und Personal) – angeht, rangieren die Hochschulen in Rheinland-Pfalz bundesweit auf den hinteren Plätzen. Die personellen Möglichkeiten, insbesondere im akademischen Mittelbau, und die allgemeine Infrastruktur sind so beschränkt, dass gerade bei der bundesdeutschen Exzellenzinitiative jene Bundesländer, die ihre Hochschulen besser ausstatten können, substanziell besser abschneiden, so dass Rheinland-Pfalz nun fast die rote Laterne in der Hand hält und vielversprechende Nachwuchskräfte ihrem Land den Rücken kehren, weil Hochschulen anderswo attraktiver erscheinen.

Auch bei dem Versuch, fehlende Ressourcen zumindest partiell durch mehr Gestaltungsfreiheit, Flexibilität und Entscheidungsautonomie vor Ort zu kompensieren, bleibt Rheinland-Pfalz mit der jüngsten Reform des Hochschulgesetzes auf halbem Wege stehen: Noch immer erhalten die Hochschulen kein echtes Globalbudget, über das sie frei verfügen können, noch immer stehen wichtige Entscheidungen, wie die Besetzung von Lehrstühlen, unter dem Genehmigungsvorbehalt des Ministeriums in Mainz.
So hat denn auch der Aktionsrat Bildung in seinem Jahresgutachten 2010 zu den Aspekten Regulierung und Autonomie der bundesdeutschen Hochschulgesetze dem Gesetzgeber in Rheinland-Pfalz insgesamt ein schlechtes Zeugnis ausgestellt: Die Regelungsdichte ist hoch und kleinteilig, der Autonomiegrad nur gering.

So werden die rheinland-pfälzischen Hochschulen den vielfältigen und differenzierten Anforderungen, die sie künftig zu bewältigen haben, nur schwer begegnen können. Denn demografische Veränderungen, eine zunehmende Heterogenität der Studierendenschaft, technologische Wandlungsprozesse, neue qualifikatorische Anforderungen, veränderte Rahmenbedingungen der Bildungspolitik wie auch die zunehmende Notwendigkeit, Bildungsprozesse in ein gesellschaftliches Referenzsystem einzubetten, sie beispielsweise familienkompatibel zu gestalten, stellen unsere Hochschulen vor neue Herausforderungen, denen sie nur mit differenzierten dezentralen Lösungen wirksam begegnen können.
Dabei gilt es, die einzelnen Elemente der Bildungs-Prozesskette wirksamer aufeinander abzustimmen und effizienter zu organisieren, als dies bislang der Fall ist.

Hierfür müssen wir geeignete Rahmenbedingungen schaffen.